Tag 1

Tag 1 war für mich ein furchtbarer Tag, was leider daran lag, dass ich deutlich mehr vorbereiten musste als es üblich sein sollte. EIGENTLICH plane ich pro Tag nur ca. 15 Minuten für das heraussuchen meiner Kanji-Flashcards von WhiteRabbitPress ein, was auch hinkommt, aber leider erst ab Woche 2, denn Woche 1 ist aufgrund der Methode die ich für die Auswahl der Vokabeln anwende die härteste. So habe ich knapp an einem Tag ca. 250 Kanji-Flashcards herausgesucht und ja: Nur für Woche 1 und da ich aufgrund meines Nebenjobs diese Woche etwas eingespannt bin, musste ich alles vorarbeiten, was vorzuarbeiten ging.

Zunächst erstmal etwas zum Umfang, der uns die ersten 10 Tage erwartet:

  • Hiragana, Katakana (und Rōmaji)
  • Pro Tag: 6 Redewendungen, 11 Verben, 7 Adjektive, 20 Katakana (“gairaigo-” und “wasei-eigo”) Worte (im folgenden nenne ich die nur noch kurz z.B. Katakana-Karteikarten, damit sind dann nicht die einzelnen Zeichen gemeint) und um die 45 sonstigen Worte: In der Summe also ca 90 “Vokabeln”, allerdings klingt das schlimmer als es ist, ihr werdet sehen
  • Pro Tag um die 35 Kanji
  • Von Grammatik und Übungen sehe ich in dieser Auflistung mal ab, das kann man vorher halt schwer sagen
  • Pro Tag wird dabei erstmal von einem Zeitaufwand von 8 Stunden ausgegangen

Das klingt doch nach “Spaß”, oder? Nun ja… von nichts kommt bekanntlich auch nichts. Tag 1 werdet ihr als vollkommene Anfänger vermutlich erstmal mit den verschiedenen “Alphabeten” verbringen. Was sind das für Dinger? Wie unterscheidet man die voneinander? WARUM SO VIELE?! ICH WILL JETZT SCHON NICHT MEHR… Sowas sollte jetzt wohl in den meisten Köpfen vorgehen. In diesem Beitrag zum japanischen Schriftsystem wird zu dem Thema eigentlich das meiste erklärt, was es dazu eben zu Wissen gibt, außer vielleicht der Aussprache.

Lernmethode

Solche Mengen lernen wohl nur die wenigsten regelmäßig. Und wenn man das nicht möchte, dann schafft man das auch nicht (Wer kennt es nicht von seinem Hassfach in der Schule?). Wie man es aber schaffen könnte steht hier:

  • Die intensive Beschäftigung mit einem Thema bringt deutlich mehr als der übliche Lernrhythmus, der aus Kursen bzw. der Schule bekannt ist. (2 Wochenstunden + 2-4 Wochenstunden Selbststudium)
    Zwar muss das Gehirn neue Informationen verarbeiten, aber dafür braucht es nicht mehrere Tage, im Gegenteil, nach mehreren Tagen hat man das meiste eher wieder vergessen.
    Wer einmal einen 2-Wöchigen Intensivkurs o.ä. gemacht hat, der weiß wovon ich rede. Es bewirkt “Wunder”!
  • Wiederholung nach Bedarf, bedient sich dem “Kosten-Nutzen-Prinzips”. Warum immer wieder eine Vokabel wiederholen, die man schon 5 mal sofort richtig wusste? Nützt einem nicht viel, kostet aber Zeit.
    Apps wie Anki machen das automatisch, aber ich habe lieber selbstgemachte “echte” Karteikarten, da man da den ersten Lernvorgang schon beim Erstellen der Karteikarten durchläuft. (Die Ausnahme machen bei mir die Kanji-Flashcards, jedoch bekomme ich beim Schreiben der Vokabel-Karteikarten genug Kanji-Übung denk ich :D)
    Das System ist folgendes:
    (Folgende Angaben sind für ein Karteikarten-Kasten mit 5 Fächern)
    – aktuell abzufragende (neue) Karten liegen immer im ersten Fach
    – Wenn das erste Fach leer ist werden alle Fächer um eins nach vorn verschoben, aus Fach 2 wird also Fach 1 aus Fach 3 wird Fach 2 usw.
    – Beim 1. richtigen Beantworten: einen Kreis an einen Rand zeichnen (BLEISTIFT! Ich nehme dafür rechts oben) und die Karte in das 3. Fach legen
    – Beim 2. richtigen Beantworten: einen zweiten Kreis neben den ersten zeichnen und die Karte in das 4. Fach
    – Beim 3. richtigen Beantworten: einen dritten Kreis neben den ersten zeichnen und die Karte in das 5. Fach
    – Beim 4. richtigen Beantworten: Die Karte “archivieren”, aber nicht zu weit weg legen, denn jeden Tag nach Beginn des Archivs gilt es 20% oder 20 Karten, je nachdem was weniger ist und angefangen bei den ältesten Karten (also halbwegs die Reihenfolge beibehalten), wieder in das aktive Lernschema aufzunehmen. (Einfach wieder in das 5. Fach legen und schauen, ob man die Antwort dann immer noch kann, wenn ja dann werden sie ja aufgrund der immer noch bestehenden drei Kreise nach dem System direkt wieder archiviert)
    – Sollte man an irgendeiner Stelle falsch antworten gilt es alle bestehenden Kreise wegzuradieren und die Karte in das 2. Fach zu legen
  • Häufigkeit, Schwierigkeit und Ähnlichkeit, bestimmen die Auswahl der pro Tag zu lernenden Vokabeln, besonders am Anfang. Worte die man häufiger braucht werden gleich zu Beginn gelernt, Vokabeln, welche die gleichen Kanji benötigen werden zum Großteil zusammen gelernt.
  • Ablenkungsfreies Lernen, gilt es besonders Ernst zu nehmen in Zeiten von PC und Smartphone. Einfach mal auf den Balkon setzen oder am Strand lernen und wenn das nicht geht: PC ausschalten und Smartphone in den Offline Modus!

Tag 1 – Was habe ich gemacht?

Da ich bis zum Anfang dieses Projektes selber noch einzelne Schwachstellen bei den Kana (Hiragana/Katakana) hatte hab ich das zweite Drittel meines Tages damit verbracht mit Obenkyo meine Fähigkeiten wieder aufzupolieren.
Die Hiragana machten mir beinahe keine Probleme mehr, daher bin ich direkt mit dem Testmodus “Hiragana zu Romaji Tastatur” eingestiegen, um sie mir quasi wieder in Erinnerung zu rufen.
Die Katakana waren bisher mein persönlicher Hass. Irgendwie sehen die alle gleich aus, Eselsbrücken müssten die Ausmaße einer Golden Gate Bridge annehmen und wirklich oft brauchte ich sie bisher auch nicht… Naja, seis drum. Eingestiegen bin ich bei “Katakana zu Romaji mehrfach Auswahl” (nur Gojūon auswählen – zusätzliche Herausforderung: max. eine Sekunde nach erscheinen der Antwortmöglichkeiten auf die richtige Antwort klicken), als das relativ sicher über die Bühne ging (max. 2 Fehler) hab ich mich wieder für “Katakana zu Romaji Tastatur” (Alles auswählen) entschieden und hier weiter gemacht bis ich sie zumindest Fehlerfrei wiedererkennen konnte. Danach noch etwas Zeit im Modus “Romaji zu Katakana zeichnen” verbringen, damit man die Dinger auch schreiben kann und fertig. Zum erstellen der Karteikarten solltet ihr recht fit im schreiben der Katakana und Hiragana sein… sonst dauert das ewig.
Um die Anzahl der Zeichen etwas zu begrenzen (knapp 100 sind ja wohl für einen Tag erstmal genug), soll es das in der Hinsicht auch schon gewesen sein. Um noch etwas das schreiben zu üben habe ich dann noch den Abend damit verbracht für die kommenden 7 Tage die Katakana-Karteikarten zu schreiben, nachdem ich die zu lernenden Katakana-Wörter in meinem Tabellendokument in eine vernünftigere Reihenfolge gebracht habe.

Da für heute sonst noch nichts ansteht gibt’s heute auch erstmal keine Vokabeln oder Kanji.